Ortsteile von Reischach

Einöde, 461 Meter über N.N., ma. „Dabere. Der Name leitet sich ab von einem Berg, an dem einst fast ausschließlich Tannen wuchsen.

Der Ort liegt genau 150 Meter nördlich des 60 Meter tiefer am Fuße des Thannberges befindlichen Indoblerhofes. Seine Fluren sind von drei Seiten (Ost-, Süd- und Westseite) von Wald umgrenzt. Thannberg bietet so von Norden her einen sehr malerischen Anblick. Urkundlich ist diese Ortschaft verhältnismäßig sehr früh belegt. Am 1.April des Jahres 927 schenkte eine adelige Frau namens „Rihni" unter anderem auch ihren Besitz am „montem Tanperch", der früher dem edlen „Uogo" gehörte, der Kirche von Salzburg. Dann aber schweigen die Urkunden bis anfangs des 16.Jahrhunderts. 1517 ist dieses Hofgut auf eine Hube (= 1/2-Hof) eingestuft. Es gelangte schon sehr bald (— wann ist unbekannt —) an die zur Pfarrei Zeilarn gehörige Wallfahrtskirche zum hl. Ägidius und den hl. drei Jungfrauen in Schildthurn. Dieses Gotteshaus bzw. deren Verwalter vergaben dasThannbergergut an den jeweiligen Bauern dort auf „Baumannsrecht" (= Freistift, unsicherste Form von Zeitleihe) zur Bewirtschaftung. „In bedacht deß Wasserbruchs", d.h. wegen eines erfolgten großen Erdrutsches und dadurch bedingter enormer Schadensanrichtung, welcher überhaupt nicht mehr zu beheben war, wurde 1612 die Gutsverleihung auf „Erbrecht" aufgebessert. Auch wurde deswegen der Hoffuß damals amtlich von einem 1/3-Hof auf einen 1/4-Hof herabgesetzt. Er erfuhr damit auch hinsichtlich der Steuern und Abgaben eine Erleichterung. Jahrzehnte später wurde er allerdings wieder auf einen 72-Hof hinauftaxiert. Die grundherrschaftliche Bindung an das Gotteshaus in Schildthurn dauerte bis 1848. Die Straße von Kager über Indobi hinauf nach Thannberg (sogenannten „Öttinger Weg") und weiter über Zehenthof nach Aushofen und Reischach ist uralt. Sie wurde sogar Ende des 18.Jahrhunderts zum verbesserten Ausbau als Landstraße von Neuötting über Reischach nach Eggenfelden vorgeschlagen. Dann aber wurde dieses Vorhaben doch nicht realisiert, da letztlich die Trasse entlang des Reischachbaches gewählt wurde.

Einöde, ma. „Undterfrüesing", (460 Meter über N.N.), Gegensatz: Oberfriesing; auch Deutung des Namens und einstige grundherrliche Zugehörigkeit wie bei Oberfriesing, das geländemäßig um etwa sieben bis acht Meter höher und 250 Meter weiter östlich von Unterfriesing liegt.

Übereignung des Gutes „Friesingen" an das Kloster Baumburg um das Jahr 1150.

Erste urkundliche Erwähnung eines zweiten Gutes dort im Güter- und Abgaben-verzeichnis (Stiftsbuch) des Klosters vom Jahr 1245: „Vriesing..., Huba ibidenz..." dann im Herzogsurbar von 1300: „ze Friesing... Ortlieb daselb..." (vgl. dazu Oberfriesing!). Unterfriesing liegt sehr malerisch; es gewährt eine recht schöne Aussicht zum Teil in das Inntal, vor allem aber in den westlichen Bereich des Reischacher Holzlandes.

Einöde, 463 Meter über N.N., ma. „Underkowe", in alter Zeit „Niedernkobr genannt.

Von Unterkobl hat man in Richtung Osten hin einen sehr schönen Ausblick nach Unter-und Oberfriesing und dem angrenzenden Holzland. Der Ort Unterkobl liegt etwa 225 Meter östlich von Oberkobl, doch geländemäßig um etwa 10 Meter tiefer. Beide weisen ungefähr dieselbe Geschichte auf. 1407 heißt es im herzoglichen Lehenbuch: „Chuntzl Chopflär hat ain wis, leit zw Nidn Chopl..." Der Unterkobler war damals, im Gegensatz zum Oberkobler, der ein Bamberger Erbrechtsgut war, ein Bamberger Lehen.

Im Urbarsbuch der Dompropstei Bamberg von 1468 ist deshalb Nieder- oder Unterkobl auch nicht aufgeführt. Es gehörte als solches Lehen ja zur Jurisdiktion des Landgerichts. Im Zehentverzeichnis der Pfarrei Winhöring von 1471 dagegen ist es erwähnt. Es heißt da: »Nidernchobl gibt 1/3(Zehent) = 12 Garben."

Weiler mit fünf Anwesen (450 Meter über N.N. bei Haus-Nr. 26). Etwa 400 Meter weiter nördlich befindet sich der Weiler Oberthal.

Im Jahr 1300 werden beide ohne Unterschied „in dem Tal« genannt. Noch anfangs des 19.Jahrhunderts standen alle Anwesen von Unterthal der Reihe nach hintereinander, und zwar von Osten beginnend: das Schmiedgütl, der Thalbauer, der Don- oder Nießlhof samt Zuhäusl und ganz oben westlich der Lix im Thal. Heute steht an der Stelle des einstigen Don- oder Nießlhofes das sogenannte Strasserhäusl und der Donhof befindet sich ungefähr 150 Schritte am Hang südlich der beiden Höfe Thalbauer und Lix. Anstelle des einstigen Schmiedgütls, doch etwa 50 Meter nördlich davon steht heute das sogenannte Wimmerhäusl, das sich bis etwa 1835 noch um gut 150 Meter weiter nördlich seines derzeitigen Standplatzes befand. Das Schmiedgütl selbst ist seit Menschengedenken abgängig (siehe dazu auch Oberthal!).

Dorf, bis 1848 Hofmark, 0,6 Kilometer südöstlich von Arbing. Der Ort liegt 450 bzw. 486 Meter über N.N.

Die Häuser von Waldberg, ma. „Woidberg", gruppieren sich — von wenigen Ausnahmen abgesehen—in einem Halbkreis südwestlich um den ausgeprägt runden bewaldeten Hügel, dem Schloß- oder Waldberg.

Auf dessen höchster Stelle befand sich einst das Schloß, worin viele Jahrhunderte die Herrschaften beider Hofmarken Waldberg und Arbing hausten. Dieses vier Stockwerk hohe Schloß samt der angebauten Kaplanwohnung wurde — längst verlassen und arg baufällig geworden — Ende des 18. Jahrhunderts vom Stadtmaurermeister in Neuötting ersteigert und abgebrochen.

Michael Wening beschreibt es um 1700 so: „Waldtberg ist ein Schloß und Hofmarch, ligt hoch an einem Berg, mitten under den Gehiltzern zwischen Neuen-Oetting und Eggenfelden...".

Urkundlich tritt Waldberg erstmals 1343 in Erscheinung und war damals im Besitz der Perger (auch Berger), eines altadeligen Geschlechtes das vermutlich von Berg (heute Weiler Berg mit Kirche in der Gemeinde und Pfarrei Reischach) seinen Ursprung und Namen ableitet.

Erster urkundlich genannter Besitzer und zugleich Herr beider Hofmarken war „Harms Perger".

1375 ist dessen Sohn „Ulrich der Perger von Arbing" Besitzer dieser Hofmarken.

Als das Schloß und die Hofmark Waldberg zusammen mit der Hofmark Arbing am 17. Dezember 1461 von einem Nachfahren der Perger namens Thomas Trenbeck an dessen Vetter Hans Trenbeck verkauft wurde, bestand laut Urkunde das Hofmarksdorf Waldberg an Gebäuden nur aus dem »Hof zu Waltperg... (=Hofbauer), aus der „Burg..." sowie der „Sölden bei Waldberg..." (dem späteren Baderhaus). Es scheint somit damals dort wesent-lich weniger Anwesen als heute gegeben zu haben. Die meisten der einzelnen Häuser ent-standen wohl erst nach und nach später oder sind in der Urkunde, weil nicht zinsträchtig, auch nicht aufgeführt.

Im Schloß Waldberg sollte vor Mitte des 16.Jahrhunderts sogar eine Schankstätte einge-richtet und unweit davon ein Bad eröffnet werden. Darauf klagte 1544 der Edelmann Hanns Christoph Schondorffer zu Mitterskirchen vor dem herzoglichen Hofgericht zu Burghausen, daß Wilhelm Trenbeck als Herr beider Hofmarken „im Schloß Waldberg, das außer der Hofmark Arbing liege, zu schänken und ein Feilbad zu halten sich unterfange", auch zu Arbing neben der Hufschmiede eine „Schneidschmiede" zu gebrauchen vorhabe, welches gegen das alte Herkommen sei. Darauf antwortete Trenbeck: „... das Schloß Waldberg und die Hofmark Arbing seien e i n Ding und gescheib darum Hofmarchs- und kein unterbrüchiger Landgerichtsgrund", weshalb er in seiner Hofmark die Tafern, Feilbad und Schmiede hinverlegen könne, wo es ihm beliebe. Das Hofgericht entschied dann am 12. November 1544: „die weil man befinde, daß zwischen Waldberg und Arbing kein unterbrüchiger landgerichtischer Grund und jedes mit Hofmarksgerechtigkeit befreit sei, so soll demnach der Trenbeck zu schänken Fug und Macht haben, doch mit der unterschiedlichen Erklärung, daß er sich der Tafern zu Arbing keineswegs gebrauchen soll, so lange er die Schankstatt zu Waldberg hat. Wegen des Feilbades und der Schneidschmiede aber soll der Trenbeck beweisen, daß beide keine Neuerung sind..."

Da die Taferne in Arbing mit Tanzboden, Nebengebäuden und dergleichen erst 1555 völlig neu aufgebaut wurde,6 hatte bis dahin tatsächlich das Schloß Waldberg eine Zeitlang auch die Funktion eines Wirtshauses. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts bestand das Hofmarksdorf Waldberg einschließlich dem Schlosse und dem dazugehörigen Hofbauerngut schon aus 12 Häusern, wobei die zwei damals längst bestehenden Anwesen „Baderhaus" (Haus-Nr. 80) und „Jägerhaus" (Haus-Nr. 99) sowie die uralte „Wasenrneisterei" (Haus-Nr. 85) nicht mitgezählt sind, da sie zwar in bzw. nahe Waldberg lagen, aber rechtlich damals nicht zur Hofmark Waldberg, sondern zur Hofmark Arbing gehörten. Nicht mitgezählt sind selbstverständlich auch alle außerhalb des Hofmarksdorfes gelegen gewesenen sogenannten einschichtigen Güter der Hofmark Waldberg, wie Maschberg, Reiter nächst Waldberg, Gabler in Ecking, Kaindl zu Reit und die in der Pfarrei Walburgs-kirchen gelegenen Gehöfte Königseder und Schöfftenhuber im Grasensee und andere, sowie seit 31.Mai 1604 auch das Hubergut zu Altsberg in der Geratskircher Pfarr. Insgesamt zählten mit diesem im Jahr 1752 genau 20 Anwesen zur Hofmark Waldberg.

Einöde, 405 Meter über N.N. (bei Haus-Nr. 93), ma. „Woischmör; der Name leitet sich von „Wolfimühle" ab, wie man diese einst hier gestandene Mahlmühle am Rockersbach in alter Zeit genannt hatte.

Vermutlich besaß diese Mühle ursprünglich ein Müller namens „Wolf" (= Wolfgang, Wolfhart, od. Wolfram), der dann namengebend für diese erst an-fangs des 16.Jahrhunderts urkundlich in Erscheinung tretende Mahlmühle geworden ist. Im 1468 angelegten Stift- und Urbarsbuch der Herrschaft Winhöring, zu welcher die /8-Wälschmüllersölden wohl schon seit Anfang ihres Bestehens und noch bis 1848 grund-herrschaftlich mit Erbrecht angehörte, ist sie jedenfalls noch nicht aufgeführt. Zwischen 1650 und 1671 brannte die Mühle aus nicht bekannter Ursache ab und wurde anschließend wieder „aufgezimmert". Ab 1770 gehörte zur Wälschmühle, die damals mit zwei Mahl-gängen ausgestattet war, nachweislich auch ein Sägewerk. Es war dies vorher die soge-nannte Straßbergersäge in Reischach, die dort abgebaut, zur Wälschmühle transferiert und hier neu errichtet wurde. Sie ist nach der Flurkarte von 1824 dem Mühlengebäude süd-westlich angebaut gewesen. Auch führte damals noch der schmale Fahrweg von Maierwiesweb her in sanftem Bogen mitten durch den Ökonomiehof der Wälschmühle hindurch, direkt am Mühlen- und Sägegebäude vorbei den Hang hinunter und in den Rockersbach hinein. In diesem Bachbett verlief die „Straße" dann weiter zum Weiler Rockersbach.

Einöde (480 Meter über N.N.), ma. „Waznberg". Der Name leitet sich vom altdeutschen Personennamen „Watzo" ab; er dürfte somit an den ersten Siedler dort erinnern.

1468 heißt der Ort „Wetzenberg`; damals gab „Heinztlein... (von) Wetzenberg... von zweyen Güttern" dort Zins und Gult an die Dompropstei-Bambergische Hofmarks-herrschaft Winhöring. Es gab also damals bereits zwei Hofstätten zu Watzenberg, welche beide derselben Grund- und Gerichtsherrschaft (Winhöring) untertan waren. 1526 hatte sowohl der „Jörg von Wetzesperg" wie auch sein Nachbar der „Harms von Wetzesperg" jeder einen 1/4-Hof und jeder war gleich mit 70 Schilling Pfennig und 1 Heller Steuern veranlagt.

Da man den ursprünglichen Sinn des Ortsnamens später nicht mehr verstand, glaubte man in ihm einen „Weizenberg" zu erkennen. Insbesondere im 18. Jahrhundert schlug sich diese Ansicht gelegentlich auch in der amtlichen Schreibweise dieses Ortsnamens nieder, obwohl nachweisbar noch 1782 dort kein Weizen angebaut wurde. Am Fuße der von Süden und Westen her sehr exponiert auf einer großen Bergzunge liegenden Einöde Watzenberg entspringt der sogenannte Wissersdorferbach oder — wie er in alter Zeit genannt wurde — der Weindlbach.

Der Watzenbergerhof, der 1848 freies Eigentum seines Besitzers wurde, hat ob seiner besonderen geographischen Lage seit jeher nur von Nordwesten (Arbinger Straße) her eine ihn erschließende Zufahrt.

Einöde (485 Meter über N.N.), ma. „Weier"; Name von „Weiher" (Wasserweiher) sich ableitend.

Es darf angenommen werden, daß in alter Zeit, evtl. 13. oder 14.Jahrhundert, der „Weiherer" für die Instandhaltung der herrschaftlichen Arbinger und Waldberger Fischweiher verantwortlich war; urkundlich aber konnte diese Verpflichtung nicht nach-gewiesen werden. Obwohl zum Großteil von Wald umgeben, war einst bei keinem der beiden Weihereranwesen ein Holzgrund zur Nutzung dabei. 1461 heißt es, daß die Hof-mark Arbing „60 Pfennig jährlich vom Weyhergütl" für das diesem überlassene Brennholz bezieht. Der Weiherer bzw. später die Weiherer mußten also für ihren jährlichen Bedarf an Brenn- und Nutzholz der Hofmarksherrschaft eine festgesetzte — vermutlich gleichblei-bende — jährliche Summe Geld geben. Noch 1671 bemerkten beide Anwesensbesitzer, daß bei ihren Gütln „khain Zweck Holz" sei. Es scheint dieser Zustand sich erst anfangs des 19.Jahrhundert zugunsten beider Anwesen geändert zu haben. Ob der Kleinweihererhof einst vorn „Großweihererhof" abgetrennt wurde, ist nicht feststellbar, doch sehr wahrscheinlich. Jedenfalls war der größere der beiden noch lange Zeit grundherrschaftlich der Hoftnarksherrschaft von Waldberg untertan, während der kleinere anfangs des 16.Jahrhunderts als freieigen galt.

Der große „Arbinger- und Schachtenwald" grenzt östlich bzw. nördlich direkt an die Flur Weiher an. Der Ort selbst, der sich in sehr anheimelnder landschaftlicher Lage befindet, ist nur von der Kreisstraße AÖ 32 aus, die durch diesen Wald führt, über eine schmale Straße von Osten her erschlossen.

Einöde, ma. „Wergstedn". Im 1468 angelegten Urbarium der Dompropstei Bamberg, zu welchem Obereigentum der Herrschaftsbereich Winhöring von 1018 bis 1554 gehörte, ist auch unser Werkstetten als Zinsgut der Bamberger Kirche erstmals mit dem Namen „Wolffstetten" urkundlich erwähnt.

Es war damals als 1/4-Gut eingestuft und einem Edelmann namens Hohenecker zu Lehen gegeben.

Die Lage des Gutes wird dabei „in Parochia Reißach" (= Pfarrei Reischach) angegeben. Wolfstetten = Stätte, Stelle, Platz, wo sich Wölfe aufhalten.

Zur Flur Werkstetten zählte noch bis Ende des 16.Jahrhunderts auch das benachbarte „Hauzing" (= Unter- und Oberhauzing, Gde. Perach), das als „Hinter- oder Unter-werkstetten" im Gegensatz zu „Oberwerkstetten" (= Werkstetten) in den amtlichen Steuerbüchern udgl. geführt wurde.

Der Name „Hauzing" verdrängte erst anfangs des 17.Jahrhunderts den Namen „Unterwerkstetten". Gleichzeitig bildete sich immer mehr die Bezeichnung „Werkstetten" für Oberwerkstetten heraus, freilich in verschiedenen Schreibweisen, bis sich schließlich im 20. Jahrhundert endgültig die heutige Schreibweise durchsetzte.

Werkstetten liegt 465 Meter über N.N. in malerischer, sehr hügeliger Landschaft, teils vom Wald umgeben.

Weiler, ma. „Wipfersberg", 478 Meter über N.N. (beim Hof). Der Name kommt höchst-wahrscheinlich vom mhd. „wipfel", auch „wipfellin" = Gipfel, Spitze eines Baumes, eines Gebäudes aber auch Berges, im gegebenen Falle wohl von letzterem.

Wipfelsberg, 250 Meter südlich von Hitzing gelegen, ist eine der höchstgelegenen Ortschaften der Gemeinde Reischach. Man hat von dort nach fast allen Richtungen hin eine schöne Aussicht.

Als im Jahr 1404 „Kathrey die Hützlingyn zu Hützling" (= Hitzing), ihr Sohn und dessen Ehefrau dem Edelmann Martin Hohenecker eine Summe Ewiggeld aus ihrem Gut zu „Hützling" verkauften, war ihr Nachbar »Jacob von Wippfleinsp(er)g" als Zeuge vertreten. Am 27.März 1406 ging unter anderem auch das »gut Wipfleinsperg in Reischacber pfarr" durch Tausch mit Heinrich dem Sattelpogner zu Mitterskirchen gegen andere Güter in den Besitz des Edlen „Nikla des Intoblär von Intobel" über. 1435 hatte das Gut „wipfleins-perg" je 22 Pfennig Mai- und Herbststeuer an das herzogl. Kastenamt zu leisten. Es zählte zu den „Freisassen "-Gütern im Reischacher Amt. 1517 besaß „Hanns Wipfelsperger" ein halbes Viertl Acker (= /s-Hof) und es ist vermerkt, daß diese Sölde im Gebiet der Obmannschaft Reischenbach liegt.

Dorf mit insgesamt 10 Anwesen, 465 Meter über N.N. (bei Haus-Nr. 17), ma. „Wisaschdoaf«. Im Jahr 1011 wird dieser Ortsname 7, Uuisagartadorf«, 1300 „Wisgartorf«, 1407 „Wiskarsdorf" und 1435 „Wiskerstorfr geschrieben.

Der Name leitet sich von einer Frau namens „Wisigart" oder „Wisagart" ab, die als solche (was insgemein nur sehr selten vorkommt) namengebend für unser Wissersdorf geworden ist. Im achten, spätestens 9.Jahrhundert, in welcher Zeit Wissersdorf sicherlich schon existierte, wurde hier, wo fast ausschließlich die Einzelhofsiedlung vorherrschte, bereits eine zentrale Ansiedlung von drei bis vier Häusern als Dorf bezeichnet. Wissersdorf gehört zu jenen Ortschaften bzw. Gütern in und um Reischach, welche im Jahr 1011, am 1.November, Kaiser Heinrich II. der Kirche von Bamberg schenkte. Es zählte damit zum Bamberger Herrschaftsbereich Winhöring, dem sogenannten Bamberger Erb. Höchstwahrscheinlich handelte es sich damals aber nicht um das ganze Wissersdorf, sondern einzig um den sogenannten König- oder Kighof, der noch bis 1848 der Herrschaft Winhöring mit Erbrecht untertan war.

Einöde, ma. „Wuarngoadn", Name auf freien Platz, wo sich einst besonders viel Gewürm oder viele Schlangen fanden, deutend. Im Mittelhochdeutschen bedeutet „Wurmgarte", Ort, wo gehegte Schlangen oder wilde Tiere liegen.

Um 1180 als „Wurmgarten" erstmals urk. erwähnt, gehörte dieses Gut samt allen Gründen damals bereits zum Besitz des Klosters Raitenhaslach, welches bis 1803 sein Grundherr verblieb.

Der Hof liegt 466 Meter über N.N. und befindet sich 350 Meter nordwestlich der eben-falls einst zu Raitenhaslach gehörigen Faistenberger-Sölde. Die Gründe des Hofes sind ringsum von Wäldern umschlossen; der Ort als solcher liegt - wie das benachbarte Faistenberg - in einsamer, wildromantischer hügeliger Lage.

Einöde, ma. „Zehthof"; der Hof liegt 470 Meter über N.N. Sein Name deutet auf einen Bauernhof, welcher stets den ganzen, d.h. den Dreidrittelzehent an den Pfarrherrn bzw. an die Pfarrkirche zu deren Unterhalt zu reichen hatte.

Bei diesem Hof war also eine Zehentteilung, - 1/3 + 2/3) wie sie bei den allermeisten anderen Höfen möglich und auch üblich war— anscheinend nicht gestattet; es durfte hier offensichtlich mit den Zweidritteln kein Handel getrieben werden. Somit erklärt sich der Name „Zehenthof" von selber. Urkundlich erscheint dieser Hof erst anfangs des 15.Jahrhunderts und damit eigentlich sehr spät. Um 1407 gehörte der „Zehenthof, 1 gut", zur Lehenschaft des Edelmannes Martin Hohenecker (II.). 1526 hat der Bauer „Banns Zehenndthofer... aM Viertl ains gannzen Hofs, gibt Lij (= 52 Pfennig) 1 hl" (= 1 Heller) Steuern; er zählt zur „ander obmanschafft (in der) Reyschacber pfarn" Dieser Zehenthof war damals ein freieigenes Gut. Im Steuerbuch von 1588 heißt es dann von ihm, er sei ein „1/4 Agkher so (bisher)freis aigen, aber yezt zum Spital Ötting verkaufft worden" und „Georg Zechenthofer" hat nun darauf „Leibgeding", d.h. Leibrecht. Die grundherrschaftliche Bindung an das Hlg.-Geist-Spital in Neuötting verblieb dann ununterbrochen bis anfangs des 19.Jahrhunderts, wurde jedoch nach dem Dreißigjährigen Krieg in ein „Erbrecht" umgewandelt. Letzter Grundherr des Zehenthofes im Jahr 1848 war jedoch das Graf Toerring-Guttenzellsche Patrimonialgericht Winhöring, welches das Zehenthofergut eine kurze Zeit vorher von der Hl.-Geist-Spitalstiftung Neuötting erworben hatte.

Zehenthof liegt landschaftlich recht anmutig auf einem von Süd nach Nord abfallenden Geländesporn, der windgeschützt ist, an drei Seiten von bewaldeten Schluchten und Gräben umgrenzt wird, nach Süden hin aber offen ist.