Kurze Chronik der Gemeinde Reischach

Reischach ist als Kirch- und Pfarrort bereits 930 beurkundet. Bei der allgemeinen Ämterorganisation im 13. Jahrhundert entstand das "Amt Reischach", das die Gemarkung dieser Gemeinde, sowie der von Arbing, Endlkirchen, Erlbach und Perach umfasste, also etwa das Gebiet der heutigen Verwaltungsgemeinschaft. Aus steuerlichen Gründen wurden die Ämter im 15. Jahrhundert in Obmannschaften aufgeteilt, die damit die kleinsten Verwaltungseinheiten darstellten. Das Amt Reischach bestand nun aus den 5 Obmannschaften Reischach, Reischenbach (=Arbing), Endlkirchen, Erlbach und Perach.

1808 wurden alle Ämter und so auch das Amt Reischach gänzlich aufgelöst. Das gesamte Gebiet wurde völlig neu in "Steuerdistrikte" eingeteilt, die aber größtenteils wieder aus den Gebieten der ehemaligen Obmannschaften hervorgingen. So entstanden nun aus dem ehemaligen Amtsgebiet Reischach die Steuerdistrikte Endlkirchen, Erlbach, Reischach, Reischenbach und Perach.

1818 entstanden aus den Steuerdistrikten durch Übertragung von niederer Polizeigewalt, Armenpflege und Schulwesen Selbstverwaltungs- und Staatsverwaltungsbezirke, die "politischen Gemeinden" von heute.

 

1840 zählte die Gemeinde Reischach 663 Einwohner. Hundert Jahre später hatte sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt auf 1492.

Im Zuge der allgemeinen kommunalen Gebietsreform wurde 1967 ein Teilgebiet der aufgelösten Gemeinde Eggen mit 73 Einwohnern und am 01.07.1971 die ganze Gemeinde Arbing mit 583 Einwohnern in die Gemeinde Reischach einge-
gliedert. Die Gemeinde Reischach umfasst mit Stand vom 01.01.2002 eine Gesamtfläche von 2.845 ha und weist 2.582 Einwohner auf.

Im anfänglichen 19. Jahrhundert bestand die Bevölkerung in der Gemeinde etwa zu 97 % aus Bauern, 1970 waren noch 49% in der Land- und Forstwirtschaft haupt- oder nebenberuflich tätig. Seit 1971 hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 227 auf etwa 120 fast halbiert. Die Arbeitskräfte sind in Handwerk, Industrie oder Dienstleistung abgewandert.

Der Ort Reischach ist als Kleinzentrum im nördlichen Landkreis Altötting eingestuft. Die daraus resultierende Aufgabe der Nahversorgung für das Umland mit etwa 5000 Einwohnern kann mit der vorhandenen Infrastruktur erfüllt werden.

Die Gemeinde Reischach hat 1978 zusammen mit den Nachbargemeinden Erlbach und Perach eine Verwaltungsgemeinschaft gebildet. Der Verwaltungssitz ist Reischach.

 

Heimatbuch der Gemeinde Reischach

Heimatbuch der Gemeinde Reischach

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Geschichtliches aus dem Holzland

Autor: Alois Stockner

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